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jetzt.de

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  • 10/19/15--06:02: Der Guerilla-Pimper
  • jetzt.de: Bei Auto-Tuning denke ich an Dorfjugend und Vokuhila-Frisuren.
    Max Siedentopf: Hm. Ich denke eher an Xzibit und 50Cent. Ich bin nicht in Deutschland aufgewachsen, sondern im südlichen Afrika, in Namibia. Da hatte das mehr einen “Gangster” Charakter als den “Dorfjugend”-Touch.   

    Wie lange brauchst du für deine Bastelaktionen? 
    Auch, wenn es so aussieht, als ob die Serie an einem Abend entstand, wurde sie über mehrere Tage gemacht. Die Teile für ein Auto bereite ich abends vor und stehe dann am nächsten Morgen um 4.30 auf, um mit einem Riesen Berg Pappe durch die Straßen zu laufen.  

    Und dann?
    Das, was ich mache, ist eigentlich illegal. Deshalb heißt die Serie auch "Slapdash Supercars". Das bedeutet so viel wie "etwas hinklatschen und dann ganz schnell wegzischen". Meistens muss ich innerhalb von ein paar Minuten die Pappe an das Auto "geslaped" haben und so schnell wie möglich "weggedashed" sein.  








    So sehen die bearbeiteten Autos aus. 


    Hast du mal beobachtet, wie die Leute am nächsten Morgen drauf reagieren?
    Leider nicht, aber manchmal ist die Vorstellung, was passiert sein könnte, besser als die Realität. Außerdem bringt die reine Vorstellung auch weniger Ärger.  

    Welche Autos verdienen so ein Tuning?
    Die "normalsten".  

    Und wie sehen die dann danach aus?
    Das kommt immer auf das bestimmt Auto an. Im Allgemeinen aber gilt: Mehr ist mehr.  

    Du arbeitest als Art Director auch für Klienten wie C&A, American Apparell und DHL. Ist die Pappkunst ein Ausgleich?
    Ich habe das Glück, bei der meiner Meinung nach unkonventionellsten Werbeagentur, die es gibt, zu arbeiten. Daneben fotografiere ich, leite Musikvideoproduktionen und designe sinnlose Produkte. Und manchmal pimpe ich halt auch Autos. 



     Eigentlich arbeitet Max in einer Werbeagentur. Autos pimpt er zum Spaß.


    Was willst du mit deinen Auto-Aktionen eigentlich sagen? 
    Wir leben in einer Zeit, in der Individualität, Selbstausdruck und Status einen neuen Höhepunkt erreicht haben. Man muss sich dazu nur ansehen, wie in den vergangenen drei Jahren eine komplette Selfie-Kultur entstanden ist, in der sich Millionen Menschen täglich inszenieren, um in einer bestimmten Art wahrgenommen zu werden. Wir wollen in jeder Hinsicht besonders, individuell und anders sein.  

    Ein getuntes Auto gehört dann zum Zeitgeist? 
    Komischerweise nicht. Aus irgendeinem Grund ist die Individualisierung des eigenen Autos in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen, obwohl man ja eigentlich vom Gegenteil ausgehen könnte. Deshalb habe ich versucht, einen Weg zu finden, die gewöhnlichsten und normalsten  Autos, die ich nur finden konnte, für nur ein paar Euro in Supercars zu verwandeln.  

    Meinst du, das Auto stirbt als Statussymbol in unserer Generation aus?
    Meiner Ansicht nach in Europa schon. Hier braucht man kein Auto. Wir fahren viel mehr Fahrrad und das finde ich auch besser. Bevor ich nach Amsterdam gezogen bin, habe ich in Los Angeles gelebt. Dort ist Autofahren noch etwas ganz anderes. Es gibt keine guten öffentlichen Verkehrsmittel und jeder ist auf Autos angewiesen, da die Distanzen zu groß sind. Das führt auch sehr schnell dazu, dass Autos ein riesen Statussymbol werden und  die Menschen dort sehr viel mehr Zeit in ihre Autos investieren. Bei uns sind Autos eher Gebrauchsgegenstände und es müssen nicht immer die größten und besten sein. Das finde ich gut.  





    Also schwingt auch ein bisschen Aktivismus mit? 
    Es ist schon eine Form der Konsumkritik. Aber wenn es Menschen zum Lachen bringt, finde ich das auch gut.  

    Aber falls du doch ein Auto hättest, wäre das auch so eine getunte Karre?
    Es wär natürlich witzig, ich möchte aber eher einen holländischen Canta besitzen.  

    Welchen Soundtrack kannst du den neuen Besitzern deiner Slapdash Cars zum Cruisen ans Herz legen?
    Das hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=CtwJvgPJ9xw



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  • 10/19/15--08:06: Musik als Waffe



  • Ist doch so: 20 Minuten „My Love“ in Dauerschleife hält keiner aus. Dass allerdings die CIA Terrorverdächtige mit genau diesem Westlife-Song gefoltert haben soll, ist schon ziemlich perfide. Er scheint geradezu prädestiniert dazu, jeden halbwegs vernünftigen Menschen in den Wahnsinn zu treiben – das geben sogar die Mitglieder der irischen Boyband offen zu. „Es hat wohl nur zwei Stunden gedauert, den armen Kerl zu brechen“, sagte Sänger Kian Egan gegenüber dem irischen Radiosender RTÉ 2fm. Kurz vor dem Interview hatte die amerikanischen NGO American Civil Liberties Union in dem Bericht „Out Of The Darkness“ offenbart, dass der tansanische Fischer Suleiman Abdullah im Jahr 2003 stundenlang mit „My Love“ gefoltert wurde. „Ich bin hocherfreut, dass mir das nicht passiert ist“, kommentierte Egan. Und ließ wissen, der Lovesong sei definitiv nicht das schlimmste Lied der Band, das die CIA hätte auswählen können: „There’s definitely, definitely worse.“ 

    http://www.youtube.com/watch?v=ulOb9gIGGd0

    Ein Jahr nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatte George W. Bush – zu diesem Zeitpunkt noch US-Präsident – die Verhörmethode autorisiert. Sechs Jahre später veröffentlichte die American Civil Liberties Union eine Liste mit den meistgespielten Folter-Liedern - darunter Hits wie „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees, Heavy-Metal-Songs wie „Enter Sandman“ von Metallica und Kinderlieder wie die Titelmelodie der „Sesamstraße“.

    Ganz so sportlich wie die Jungs von Westlife reagierten jedoch nicht alle Musiker auf die Nachricht, dass ihre Werke von der CIA bereits zu Folterzwecken missbraucht wurden. Christopher Cerf etwa, Komponist der Titelmelodie der „Sesamstraße“, konnte es nach eigener Aussage überhaupt nicht glauben. „Ich finde es unerträglich, dass meine Musik dazu genutzt wurde, Menschen Schmerzen zuzufügen und sie so zu Aussagen zu zwingen“, sagte er dem Fernsehsender Al Jazeera. Empört zeigte sich auch die kalifornische Band Red Hot Chili Peppers, deren Lieder in Guantanamo gespielt worden sein sollen. „Das ist Bullshit. Unsere Musik ist positiv – sie soll dafür sorgen, dass die Leute sich gut fühlen“, sagte Schlagzeuger Chad Smith im Gespräch mit der Celebrity-Webseite TMZ. Via Twitter ließ Bandkollege Flea damals wissen: „Es bricht mir das Herz zu hören, dass unsere Musik von der CIA für Folterungen genutzt wurde. Alles was wir jetzt tun können, ist das Ganze zu stoppen.“  

    Der britische Sänger David Gray war nach eigenen Aussagen schockiert, als er erfuhr, dass sein Hit „Babylon“ Terrorverdächtigen wieder und wieder in voller Lautstärke vorgespielt wurde: „Das ist Folter – egal, wie man es dreht.“ Rage Against the Machine-Gitarrist Tom Morello sagte dem amerikanischen Musikmagazin „Spin“, er finde es ekelhaft, dass seine Musik auf barbarische Weise missbraucht worden sei: „Wenn man weiß, wofür wir ideologisch stehen, ist das schwer zu ertragen."  

    Die kanadische Post Industrial Band Skinny Puppy ging sogar noch einen Schritt weiter. Nachdem sie herausgefunden hatte, dass mit ihrer Musik in Guantanamo gefoltert wurde, schickte sie dem US-Verteidigungsministerium eine Rechnung über 660.000 Dollar (rund 484.000 Euro) an Lizenzgebühren. Zahlreiche andere Musiker wehrten sich ebenfalls gegen die Folterpraxis – zum Beispiel die britischen TripHopper Massive Attack, der amerikanische Industrial-Musiker Trent Reznor, die Alternative Rockband REM und der Country-Star Rosanne Cash.    

    Metallica waren stolz darauf


    Andere Musiker störten sich überraschenderweise nicht daran, dass Terrorverdächtige unter ihrer Musik leiden. „Ein Teil von mir ist sogar stolz“, sagte etwa Metallica-Sänger James Hetfield in einem Interview: „Hey, sie haben Metallica dafür ausgewählt!“ Auch die Nu-Metal-Band Drowning Pool fühlte sich eher geschmeichelt als beleidigt von der Zweckentfremdung ihres Songs „Bodies“. „Ich verstehe es als Ehre – wenn man bedenkt, dass unser Lied vielleicht helfen könnte, einen zweiten 11. September oder etwas Ähnliches zu verhindern", so Bassist Stevie Benton gegenüber "Spin". Er finde das Ganze nicht so schlimm, sagte er weiter: „Ein paar Stunden laute Musik hören – in den USA bezahlen die Kids dafür."  

    Die Vereinten Nationen und der Europäische Gerichtshof haben die Verwendung von lauter Musik bei Verhören längst untersagt. Trotzdem wird sie noch immer eingesetzt: in Afghanistan, im Irak und im US-Gefangenenlager Guantanamo Bay. Nach dem Terroranschlag von 9/11 ließ die CIA dazu eigens ein spezielles Folterprogramm von zwei Psychologen entwerfen. Nun könnte der Musik-Terror demnächst ein Ende haben: Drei ehemalige Opfer haben sich zusammengetan. Sie verklagen die beiden Psychologen, die sich dieses Folterinstrumentarium einst ausdachten.

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    Das ist...


    ... Atena Farghadani, 29 Jahre alt und Künstlerin, genau genommen: Karikaturistin. Da Atena allerdings in Iran lebt, in dem man sich mit Kritik an Herrschern schnell unbeliebt macht, muss man allerdings auch sagen: Das ist Atena Farghadani, seit Sommer 2014 Häftling im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran - hier sitzen vor allem politische Gefangene.

    Die kann...


    ... nicht gebrochen werden. Nach Veröffentlichung einer Karikatur, die iranische Parlamentsabgeordnete als Tiere zeigt, wurde sie im August 2014 das erste Mal festgenommen. Zuvor war sie bereits aufgefallen, weil sie für eine Kunstausstellung in Teheran mit Angehörigen von Opfern der Grünen Revolution nach den Präsidentschaftswahlen 2009 gesprochen hatte. Anstatt zu schweigen veröffentlichte Atena nach ihrer Entlassung im November 2014 ein Youtube-Video, in dem sie körperliche und verbale Misshandlungen durch die Justiz schilderte. Außerdem schrieb sie einen offenen Brief an ihren Richter, in dem sie auf die Missachtung der Menschenrechte in ihrem Land hinwies. Kurz darauf wurde sie erneut inhaftiert, trat in Hungerstreik und erlitt einen Herzinfarkt.

    Am 1. Juni 2015 wurde Atena, unter anderem wegen "Verbreitung von Propaganda gegen das System", "Beleidigung von Parlamentsabgeordneten durch Zeichnungen" und "Zusammenkunft und Konspiration gegen die nationale Sicherheit“ zu zwölf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Was an sich schon drakonisch erscheint, wird durch neue Vorwürfe noch getoppt: Weil sie ihrem Anwalt vor Zeugen die Hand gab, läuft ein weiteres Verfahren gegen Atena wegen "Führen einer illegitimen Beziehung". Im islamischen Iran ist der Körperkontakt zwischen nicht miteinander verheirateten Männern und Frauen untersagt. Dass diese Regel in Atenas Fall allerdings besonders streng ausgelegt wird, zeigen die vergangenen Tage: Amnesty International berichtet, die junge Frau habe sich im Gefängnis mehreren Jungfräulichkeitstests unterziehen müssen, Wächter würden sie als Schlampe beschimpfen und schlagen. Die Anschuldigen kommen von Atena selbst – sie hat sie als Notiz aus dem Gefängnis schmuggeln lassen. Ihr Anwalt wurde deshalb ebenfalls inhafitiert - aber mittlerweile  nach Zahlung von 60.000 Dollar wieder freigelassen.

    Die geht...


    ... leider unter in den aktuellen Debatten. Erst kürzlich war der deutsche Außenminister Frank Walter Steinmeier in Iran, um für Unterstützung im Syrien-Konflikt zu werben. Gleichzeitig war die 90-Tage-Frist nach Unterzeichnen des Atomabkommens in Wien abgelaufen, nach der die Iraner anfangen müssen, den Uranabbau zurückzuschrauben. Das alles wird als Zeichen der Öffnung des Irans zum Westen gesehen, insbesondere nach den düsteren Zeiten unter Mahmud Ahmadinedschad, den Medien gerne mal als "Irren von Teheran" bezeichneten. Reiseseiten raten deshalb gerade, "sich das Land möglichst jetzt noch anzuschauen". Dass unter dem als liberal gefeierten Präsidenten Hassan Rohani die Zahl der Hinrichtungen massiv gestiegen ist (laut Amnesty drei Hinrichtungen pro Tag) und Anhänger der Grünen Revolution, wie die Studentin Bahareh Hedayat, trotz Verbüßung ihrer Haftstrafe nicht freigelassen werden, rutscht in der Wahrnehmung immer weiter nach hinten.

    Wir lernen daraus:


    ..., dass Iran ein immer größeres Problem mit Menschenrechten, insbesondere aber mit Frauenrechten hat. Atenas umstrittene Karikatur kann als Metapher auf die frauenfeindliche Regierungspolitik gewertet werden. Anlass war eine Parlamentsentscheidung, die der Bevölkerung den offiziellen Zugang zu Verhütungsmitteln untersagt, Sterilisation steht unter Strafe. Hintergrund ist, dass der Iran einen der massivsten Geburtenrückgänge der Welt verzeichnet, Ayatollah Chamenei gleichzeitig aber angekündigt hat, die Bevölkerungszahl verdoppeln zu wollen – auch, um die iranische Staatsreligion, die Zwölfer-Schia, weiter zu verbreiten. Das geht vor allem zu Lasten der Frauen. Erst vergangenes Jahr wurde die 26-jährige Reyhaneh Jabbari trotz internationaler Proteste gehängt, nachdem sie einen Mann erstochen hatte, der versucht hatte, sie zu vergewaltigen.

    Nur Google weiß...


    ... was genau die Karikatur denn nun eigentlich zeigte, derentwegen Atena ins Gefängnis kam:
    [plugin imagelink link="https://img.washingtonpost.com/wp-apps/imrs.php?src=https://img.washingtonpost.com/news/comic-riffs/wp-content/uploads/sites/15/2015/06/ATENA-mp-drawing.jpg&w=1484" imagesrc="https://img.washingtonpost.com/wp-apps/imrs.php?src=https://img.washingtonpost.com/news/comic-riffs/wp-content/uploads/sites/15/2015/06/ATENA-mp-drawing.jpg&w=1484"] via Washington Post


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  • 10/20/15--05:15: Tanzen wie Vattern
  • Irgendwie muss man ja plötzlich auch wieder ein bisschen an Friedrich Liechtenstein denken bei diesem Hintergrund-Base von Drakes "Hotline Bling". Vor allem aber bei den dazu ausgeübten Dancemoves des R'n'B-Rappers in seinem neuen Video zu dem Track. Das Magazin Dazed and Confused bezeichnet Drakes Tanzstil in dem Video sehr vortrefflich als „dad dancing“: Vati geht auf den Dancefloor und zeigt mal, dass er es noch kann. Beziehungsweise: Nicht. Genauso sieht es ja immer bei Liechtenstein aus: Der Weihnachtsmann versuchts mal mim Raven.

    Aber wie auch immer: Wenn man Drake nicht eh schon liebt, muss man es spätestens jetzt tun. Nicht nur für die beknackten Lyrics in Hotline Bling („You used to call me on my cell phone“), sondern vor allem für diese bescheuerten Bewegungen. Will man doch sofort aufstehen und mitmachen. Und nicht zu vergessen natürlich das Setting des Clips. Letztes Jahr ist Drake bei der großen James-Turrell-Retrospective in L.A. gewesen, Instagram-Fotos zeigen ihn inmitten der Lichtinstallationen des amerikanischen Künstlers. Anscheinend hat er sich davon etwas anregen lassen, denn der Dancefloor, auf dem er seine Dad-Moves praktiziert, sehen Turrells Installationen extrem ähnlich. Doppelt gute Hommage also: An die Väter und an die Kunst.

    Hier gehts zum Video.



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    Es lief dann doch alles gut. Wir gingen beide am liebsten zu Fuß durch die Stadt, fanden am Ende immer einen Ort, an dem wir beide essen wollten (und der Vegetarier unter uns warf in einem Restaurant ohne vegetarische Gerichte sympathischerweise mal kurz seine Prinzipien über Bord), hatten die gleiche Vorstellung vom Budget, das verpulvert werden durfte, staunten über die gleichen Dinge und hatten einen Schlaf-Wach-Rhythmus, der sich nur um etwa zwei Stunden unterschied. Meine Reisebegleitung und ich haben uns also gut verstanden. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich erleichtert war, denn vorher hatte ich schon ein bisschen Angst. Nicht, weil ich dachte „Auweh, mit diesem Menschen kann das nicht funktionieren“. Sondern weil ich weiß, dass gemeinsam Verreisen furchtbar schiefgehen kann, selbst, wenn man sich eigentlich mag. Es ist extrem schwer, den perfekten Menschen zum Verreisen zu finden. Fast schwieriger als einen passenden Partner. Schwieriger als einen guten Mitbewohner. Schwieriger als ein Paar Schuhe, in denen man ein Mal um die Welt laufen kann.



    Wer sich im Urlaub gut versteht, bindet am besten gleich seine Reisepässe zusammen.

    Ich habe zum Beispiel eine Freundin, von der ich weiß, dass es mit ihr immer funktioniert. Egal wann, egal wo. Wir haben uns reisend kennengelernt, zusammen unterwegs zu sein ist sozusagen der Urzustand unserer Freundschaft. Ich habe allerdings auch Freunde, die ich herzlich liebe, mit denen ich aber niemals verreisen würde. Und ich kenne Menschen, die es gemeinsam versucht und danach wochenlang nicht miteinander gesprochen haben. Sie hätten vorher nicht gedacht, dass es so endet. Aber es ist trotzdem passiert.

    Um das Risiko zu verringern, dass es passiert, kann man natürlich ein paar grobe Eckpunkte besprechen, bevor man aufbricht, und herausfinden, ob man da in etwa gleich tickt. Das ungefähre Aktivitätslevel (Am-Strand-rumliegen-/Im-Café-sitzen-Typ oder Rumläufer), die ungefähre Programmvorstellung (viel oder wenig Sightseeing/Kultur, viel oder wenig Konsum), die persönliche Teuer-preiswert-Skala, bevorzugte Verkehrsmittel und so weiter. Aber der olle Spruch „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“ trifft wahrscheinlich auf nichts mehr zu als aufs Reisen.

    Denn wenn man erstmal da ist, am Ziel, ist alles anders. Zuerst mal die Umgebung. Und weil die Umgebung anders ist, ist man auf einmal auch selbst anders. Reagiert anders als gedacht und will andere Sachen machen als geplant. Kommt anfangs nicht mit dem Klima klar. Verstimmt sich den Magen. Hat dauernd Hunger. Oder gar keinen. Merkt, dass das Bus-System doch ziemlich kompliziert ist und man lieber mit dem Taxi fahren will. Will mehr reden als sonst oder weniger. Ist auf einmal viel unbefangener gegenüber Fremden. Man entdeckt sehr viele neue Seiten an sich, wenn man verreist. Damit zurechtzukommen ist schon aufreibend genug. Wenn dann aber noch jemand dabei ist, den man zu kennen glaubte, aber bisher noch nicht reisend kannte, und man lernt erstens Seiten an ihm kennen, die einem neu sind, und zweitens welche, die ihm selbst neu sind – dann sind alle Beteiligten schnell völlig überfordert. Die Komponenten 1. ich, 2. der andere und 3. das fremde Land, die in einem irren Chaos durcheinanderfallen, zu ordnen, bis sie miteinander harmonieren, ist mehr Arbeit als Urlaub. Und es kann sehr gut sein, dass man es nicht schafft, sie zu ordnen. Dass am Ende herauskommt, dass der eine was ganz anderes vom Land will als der andere. Oder von sich selbst oder vom anderen. Und dass man dann wegen Kleinigkeiten aneinandergerät. Wegen Trinkgeldbeträgen oder zu lautem Schlaf-Atem oder einem doofen Witz auf einem Boot mitten auf dem See.

    Zusätzlich ist da die Sache mit der kostbaren Freizeit. Man verbringt hier immerhin einen Urlaub und jeder will das Beste für sich rausholen. Die Erwartungen sind hoch, die Fallhöhe ist es auch. In Beziehungen ist es erlaubt, ja sogar erwünscht, dass man auch mal unterschiedliche Vorstellungen von etwas hat, dass man mal was ausdiskutiert. In Reisepartnerschaften ist das nicht so. Es ist ja keine Zeit zum Ausdiskutieren. Und auch keine Zeit für schlechte Stimmung. Ein einzelner Streit kann eine Beziehung nicht kaputtmachen, auch eine Freundschaft nicht – eine Reise aber schon.

    Drum prüfe, wer sich reisend bindet. Und wer jemanden gefunden hat, mit dem das Reisen klappt, der sollte ihn ganz, ganz festhalten, seinen Reisepass mit dem des anderen zusammenschnüren und dann mit ihm gemeinsam ein Mal um die Welt laufen. Falls beide schon die Schuhe schon gefunden haben, in denen sie das können.

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    Wer schreibt?


    Jens und seine Ex-Freundin Elena. 

    Und wie und warum?


    Wie? Als würden sie auf rohen Eiern tippen. Warum? Aus irgendeinem, eigentlich banalen Grund. Die Konversation fühlt sich aber wegen der äußeren Umstände (waren vier Jahre zusammen, haben ein Jahr zusammen gewohnt, er hat sich vor gar nicht sooo langer Zeit von ihr getrennt und jetzt haben sie zum ersten Mal wieder Kontakt) trotzdem gewichtig an. Die einfache Frage, mit der sie begonnen wird, bedeutet ja gleichzeitig auch „Ich hätte sicher auch jemand anders fragen können, aber hey, ist ja nicht so, als würde ich dich jetzt für immer ignorieren und wollte außerdem mal ausprobieren, wie sich das anfühlt und wo wir jetzt stehen“. Seltsam ist, dass man ganz anders kommuniziert als früher: Dieses Gespräch wird überlegt, mit korrekter Rechtschreibung und Zeichensetzung und natürlich ohne die Verwendung von Emojis geführt (dabei waren die Herzchen-Emojis früher natürlich Standard!). Noch seltsamer ist aber vielleicht, dass man nur ein bisschen nach oben scrollen muss – und schon sind da die alten, sehr vertrauten Paar-Nachrichten. Und dass die letzte Nachricht gleich oben drüber das Ende der letzten Konversation aus der argen Liebeskummerzeit ist. Puh!

    Und wie sieht das konkret aus?




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  • 10/21/15--03:44: 21. Oktober 2015, 16.29 Uhr
  • 1. Die Fehlalarme


    http://www.youtube.com/watch?v=fF2jpIhxQmQ

    Marty McFly und Doc Brown landen im zweiten Teil von "Zurück in die Zukunft" mit ihrer Zeitmaschine am 21. Oktober 2015 um 16.29 Uhr in Hill Valley. Irgendwie konnte sich dieses Datum nie jemand merken. Immer wieder kursierten Meldungen, die den Tag zu früh feierten.

    [plugin imagelink link="http://40.media.tumblr.c21. Oktober 2015 um 16.29 Uhrom/56b2b899b8214fcd1c0008e8ab3a37b9/tumblr_mv22ohBun91sm1qloo1_500.jpg" imagesrc="http://40.media.tumblr.com/56b2b899b8214fcd1c0008e8ab3a37b9/tumblr_mv22ohBun91sm1qloo1_500.jpg"] 

    Ein bisschen hat das auch mit den gephotoshopten Bildern zu tun, die auf dem Tumblr Martymcflyinthefuture gepostet werden: Dort erscheint seit 21. Oktober 2013 jeden Tag ein Bild mit der Datumsanzeige aus der Zeitmaschine – mit dem Datum des jeweiligen Tages. In der deutschen Synchronisation ist der 21. Oktober 2015 übrigens ein Dienstag. 

    2. Die Realitätsabgleiche


    Autos fahren immer noch mit Benzin, nicht mit Müll. Und sie fahren, sie fliegen nicht (ein Unternehmen aus den USA hat allerdings entsprechende Pläne). Faxen ist nicht das beliebteste Kommunikationsmittel, und vom Internet ist in "Zurück in die Zukunft 2" noch nichts zu ahnen.

    30 Jahre hatten wir Zeit, um auf die Zukunft, die sich die Filmemacher für 2015 ausmalten, zu warten. Hunderte Realitätsabgleiche sind seitdem erschienen (heute auch in der SZ). Am charmantesten hat das vor kurzem ein Zeichentrick-Film gemacht, der das echte 2015 auf den Punkt bringt: Statt sich selbst schnürende Turnschuhe tragen die Menschen (zumindest manche) Clogs, und das einzige Hoverboard-ähnliche Fortbewegungsmittel (siehe Punkt 3) ist nur geringfügig schneller als zu Fuß zu gehen.

    http://www.youtube.com/watch?v=J4LI_EqnJq8#t=51

    3. Die Gadgets


    Science-Fiction hat schon immer die Technik inspiriert. Mit ein paar Dingen lag "Zurück in die Zukunft 2" auch genau richtig: Flachbildschirme und Videotelefonie gehören zu unserem Alltag, für manche auch Virtual-Reality-Brillen. Bei den berühmtesten Gadgets aus dem Film hinkt unsere Technik aber noch hinterher:

    http://www.youtube.com/watch?v=28Wa5L-fkkM

    Turnschuhe mit "Power-Laschen", die sich selbst schnüren, gibt es noch nicht. Nike kündigte im vergangenen Jahr immerhin an, 2015 ein selbstschnürendes Modell auf den Markt zu bringen. 2011 hatte das Label ein Modell entwickelt, das exakt wie das Original aus dem Film aussieht, allerdings mit Klettverschluss statt mit vollautomatischen Schnürsenkeln. Auf den Markt kamen die Schuhe zwar nicht, eine limitierte Edition wurde aber auf Ebay versteigert. Bereits 2009 hat Nike ein Patent für ein selbstschnürendes System angemeldet. In den vergangenen Monaten wurde es dann wieder still um die Pläne mit den Powerlaces, bis Nike am Dienstag mit einem Tweet wieder die Hoffnung von Fans schürte:





    [plugin imagelink link="https://media.giphy.com/media/3jmLczk5BbfZC/giphy.gif" imagesrc="https://media.giphy.com/media/3jmLczk5BbfZC/giphy.gif"]  

    Waveboards mit Elektro-Antrieb wie etwa von der Firma IO Hawk (hier im Test auf SZ.de) werden zwar als "Hoverboards" bezeichnet, aber mit den schwebenden Skateboards aus "Zurück in die Zukunft 2" sind sie wohl kaum zu vergleichen:

    http://www.youtube.com/watch?v=TkyLnWm1iCs

    Am nächsten an das Vorbild aus dem Film kommen die Ideen der kalifornischen Firma Hendo und des Autoherstellers Lexus, die beide die Magnettechnik nutzen, um die Boards zum schweben zu bringen. Lexus hat für einen Videodreh einen Skatepark in Barcelona mit Magnetschienen ausgestattet:

    http://www.youtube.com/watch?v=ZwSwZ2Y0Ops 

    4. Die Achtziger-Hommage


    Die Outfits, die Frisuren, die Autos – die "Zurück in die Zukunft"-Trilogie atmet die 1980er, auch wenn die Handlung 2015 oder 1885 spielt. Als Marty McFly und Doc Brown im Jahr 2015 landen, rät Brown, dass Marty die Hosentaschen heraushängen lässt ("Alle machen das!"), und setzt ihm eine grelle Basecap auf. Martys Look aus dem ersten Teil, bestehend aus Karohemd, Jeansjacke und orangefarbener Weste, gab es im vergangenen Jahr sogar als T-Shirt zu kaufen:

    [plugin imagelink link="http://technabob.com/blog/wp-content/uploads/2014/02/bttf_vest_t_shirt-620x594.jpg" imagesrc="http://technabob.com/blog/wp-content/uploads/2014/02/bttf_vest_t_shirt-620x594.jpg"] 

    Und dann ist da die Musik:

    http://www.youtube.com/watch?v=-NMph943tsw

    Jan Böhmermann hat übrigens angekündigt, dass beim „Neo Magazin Royal“ am 22. Oktober alles im Stil der Achtziger sein wird: Studio, Outfits, Requisiten, Kamerafahrten, Moderationen. 
     

    5. Das Fantum


    Man muss nur die Worte "Fluxkompensator" oder "DeLorean" sagen, um Glücksgefühle auszulösen, und das nicht nur bei Hardcore-Fans der Trilogie. "Zurück in die Zukunft" ist so präsent wie kaum ein anderer Film im Internet. Schon 2013 wurde die Handlung des Films mit 49 Profilen und mehr als 1200 Tweets auf Twitter nachgestellt, aktuell trenden die Hashtags #BackToTheFuture und #BTTF auf Twitter. Die Ideen für lustige Videos und Gifs scheinen unerschöpflich. Sogar die Tagesschau macht mit und sendet die Nachrichten, die im Film auf dem Titel der "USA Today" vom 21. Oktober 2015 standen: 

    http://www.youtube.com/watch?v=7PfLHkNoxIg 

    Die Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis berichtet unter anderem über den Staatsbesuch von Königin Diana in Washington und den Vorbereitungen dafür, und verabschiedet sich mit: "Das waren die Nachrichten und damit zurück in die Zukunft."

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    Das Internet ist wie ein Teenager im Hormonchaos: Es verknallt sich dauernd. Meistens in Männer. Wumms! Ryan Gosling. Wumms! Charlie Hunnam (beziehungsweise sein Hintern). Wumms! Tom Hardy. Das sind allerdings Schauspieler und die sind ja irgendwie zum Verknallen gedacht. Manchmal erwischt es das Internet (das wir uns gerne als nebenher mit seiner Akne und seinen seltsamen Körperproportionen kämpfend vorstellen dürfen) aber auch bei Männern, die im besten Falle eher für ein schönes Hirn als für einen schönen Körper bekannt sein sollten: Manchmal verknallt es sich in Politiker.

    Bis vor Kurzem war der Lieblingspolitiker des Internets Yanis Varoufakis. Wegen kernig und Lederjacke und so. Es war auch schon mal Barack Obama (groß, süße Ohren) oder Matteo Renzi (italienisch) oder Christian Lindner (traurige Augen). Seit Anfang dieser Woche hat das Internet einen neuen Politik-Schwarm, einen Mann der zukünftig ein Land regieren wird, von dem einem meistens nicht einfällt, wer es eigentlich gerade regiert: Das Internet liebt den neu gewählten kanadische Premierminister Justin Trudeau! Einen Anfang-Vierzigjährigen, der aussieht wie die weichgezeichnete Version von Matthew McConaughey:




    Schnell mal in die Kiste geguckt, in der das verknallte Internet seine Verknalltheits-Devotionalien sammelt:

    Das Herzstück: ein Foto des jungen Justin im Jahre 1997. Natürlich war er damals Snowboard-Lehrer, was sonst? [plugin imagelink link="http://www.pedestrian.tv/images/article/2015/10/21/ohbaby-619-386.jpg" imagesrc="http://www.pedestrian.tv/images/article/2015/10/21/ohbaby-619-386.jpg"]via Pedestrian

    Informationen über seinen sonstigen Werdegang: Lehrer, Barkeeper, Türsteher, Boxer.

    Natürlich auch dieses Foto: [plugin imagelink link="http://sws.canoe.com/v1/dynamic_resize/id/32100416/?size=500x500&site=blogs&authtoken=3ef318efc0d861959b4b4c43bdd7f1d6&quality=90" imagesrc="http://sws.canoe.com/v1/dynamic_resize/id/32100416/?size=500x500&site=blogs&authtoken=3ef318efc0d861959b4b4c43bdd7f1d6&quality=90"] via canoe.com

    Und dieses Video: http://www.youtube.com/watch?v=Xa_xAZcAdWk

    Am vergangenen Montag haben die kanadischen Liberalen mit ihrem Vorsitzenden Trudeau die Parlamentswahlen gewonnen. Weil Trudeau ein solcher Beau ist und sich oft betont locker präsentiert, wird er von Kritikern und Konkurrenten gerne mal nicht ernst genommen. Dass das Internet jetzt ständig rot anläuft, wenn es ihn sieht, wird ihm sicher nicht helfen, das zu ändern. Das muss er schon alleine hinkriegen. Vielleicht wenn er sich jetzt als Premier aktiv für seine linksliberalen politischen Überzeugungen einsetzt (die das Internet natürlich auch sexy findet): pro Abtreibung, pro Legalisierung von Marihuana, profeministisch, pro Reichensteuer, pro Indigene und pro Klimaschutz. Eines seiner Wahlversprechen hat er direkt eingelöst und angekündigt, dass Kanada sich in Zukunft nicht mehr an Luftangriffen in Syrien und Irak beteiligen wird.

    (Wer noch mehr wissen will über Trudeau, dem sei dieses kurze und dieses lange Porträt empfohlen. Wir sind derweil gespannt, wer Trudeau als Spitzenreiter ablösen wird.)

    Nadja Schlüter

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    ALLE 50 SEKUNDEN KOMMT IN DEUTSCHLAND EINER AN! SCHOCKIEREND!

    Wie umgehen mit all den Neuankömmlingen? Wann werden sie integriert sein, wann reif für den Arbeitsmarkt? Und warum sind die eigentlich alle so egoistisch? Deutschland, was soll nur aus dir werden, wenn das so weitergeht???

    Wie schlimm die Situation wirklich ist, das zeigt uns dieses „WWWorld News Report“-Video, für das die arg investigativ arbeitenden Reporter (eine Gruppe rund um den Münchner Schauspieler und Dokumentarfilmer Michael Kranz, hier als Dieter Kaymann) einen tiefen Blick in den Abgrund geworfen haben:

    http://www.youtube.com/watch?v=RGyfsp9qLDw&feature=youtu.be

    Merkt euch das Gesicht dieser Elsa T. Mit ihr schafft sich Deutschland ab. Versprochen.

    Nadja Schlüter

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    [plugin imagelink link="https://i.imgur.com/evHsqqV.jpg" imagesrc="https://i.imgur.com/evHsqqV.jpg"]

    Ist doch so: Du kannst München für noch so homogen halten, am Ende sieht doch jeder, der draufschaut, eine ganz andere Stadt. Was für den einen ein paar gemütliche Drinks in einer gediegenen Bar waren, ist für den anderen längst Kiez-Remmidemmi. Während die eine glaubt, den perfekten Ort für einen Konzertsaal gefunden zu haben, stört den anderen, dass da auch junge Menschen herumlaufen. Und der Dritte, der will eh lieber mehr Kitas von dem ganzen Geld. Bezahlbares Künstlerviertel oder Spekulationsobjekt? Süße Eisbären oder Tierquälerei? Solche Sachen. Wir haben den Blick verschiedener Städter mal in Münchenkarten übersetzt - vom Hipster über den Oberstudienrat bis zur Jungfamilie.

    >>> München, wie es ein Oberstudienrat sieht
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    [plugin imagelink link="https://i.imgur.com/8HpM0h7.jpg" imagesrc="https://i.imgur.com/8HpM0h7.jpg"]

    >>> München, wie es eine Jungfamilie sieht

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    Wie und mit wem wir wohnen, beeinflusst unseren Alltag maßgeblich. Da ist es ganz schön bitter, dass die meisten WGs durch Castings entstehen. Häufig bleiben sich die Menschen fremd und ein echtes und gemeinschaftliches Zusammenleben ist ein großer Glücksfall. Ich habe mich vor einem Jahr dazu entschieden, mit Freunden zusammen zu ziehen. Zwei von ihnen haben ein zweijähriges Kind, das wir jetzt einfach mal Felix nennen. Dieser Schritt hat mein Leben sehr verändert, aber auch bereichert.
    Zehn Gründe, warum Kinder definitiv „flatmates with benefits“ sind:




    1. Du musst nie mehr den Wecker stellen


    Tatütataaa!– 7 Uhr morgens, Felix rennt über den Flur und spielt Feuerwehrauto. Er rüttelt an meiner Klinke, dann ist er mit einem Satz in meinem Bett. Ich soll mitspielen und zwar sofort. Wenn man mit einem Kind zusammen wohnt, hat man nie Zeit, lange zu grübeln oder sich hängen zu lassen – es ist einfach immer was los. Das steigert auch den Drang, selbst hinaus in die Welt zu gehen, um etwas Spannendes zu erleben. Und zu wenig Schlaf hat man selbst dadurch nicht: Wenn man abends, nach mehreren Runden Fangen spielen, erschöpft ins Bett fällt, ist es allerspätestens elf Uhr.

    2. Du hast immer Gesellschaft 


    Wenn man ungern allein ist, ist eine Wohngemeinschaft mit Kind etwas Feines. Bei uns ist ein Besucher in der Woche das Minimum. Omas, Tanten und Onkel quartieren sich regelmäßig ein und auch andere Familien suchen gerne die Gesellschaft meiner Mitbewohner. Irgendwie werden Leute mit Kindern öfter besucht als solche ohne. Vielleicht weil niemand die neuesten Fortschritte des Nachwuchses verpassen will. Und weil eine kleine Familie nicht ganz so mobil ist. Ich genieße es, diesen verschiedenen Menschen ganz privat begegnen zu können. In der Uni treffe ich meistens nur auf Gleichaltrige, zu Hause hingegen bekomme ich ein viel breiteres Spektrum an Lebensentwürfen präsentiert.

    3. Du hast die besten Storys und Ausreden


    „Mein Mitbewohner hat heute angefangen zu heulen, weil ich ihm mein Smartphone nicht geben wollte.“
    Solche Einstiege eignen sich gut als Basis für weitere Gespräche und tragen zur allgemeinen Erheiterung bei. Und „Sorry, dass ich zu spät bin, mein Mitbewohner wollte nicht von meinem Schoß“ ist meine Lieblingsausrede, wenn ich zu spät zum Seminar komme. Seitdem mein Dozent weiß, dass ich mit einem Kind wohne, nutzte ich sie sehr oft. Er nickt dann immer nur wissend und weist auf einen freien Stuhl hinten rechts.

    4. Es ist immer was zu Knabbern da. Immer. 


    Seit es Felix gibt, wissen die WG-Mitbewohner gar nicht mehr, was es heißt, nach Bedarf zu kaufen. Es muss immer auf Vorrat geliefert werden, um seine Wutausbrüche zu vermeiden. Außerdem isst so ein Kind weniger als gedacht. Erwachsene portionieren für Erwachsene, denn die Angst, das Kind könnte verhungern, ist einfach zu groß – also bleibt immer was übrig. Und dann gibt es da noch die ganzen Kleinigkeiten, die Oma und Opa, Tante und Onkel anschleppen. Kuchen, zu Hause eingefrorene Suppen, kleine Döschen und Tütchen mit bunten Etiketten, die monatelang im Regal vor sich hin warten, bis sich endlich jemand erbarmt, die Dinger zu öffnen.



    5. Wenn es bei Dir unordentlich ist, hat jeder Verständnis


    Auch wir haben Putz- und Mülldienste. Und auch bei uns hält sich da niemand dran. Es sieht meistens so aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Aber das ist okay, denn da ist ja immer noch ein kleiner Mitbewohner, der Unordnung schafft, ohne hinter sich her zu räumen – und dafür hat natürlich jeder Verständnis. Dabei gibt es, wenn man ehrlich ist, so jemanden auch in fast jeder Studenten-WG. Über unseren Mitbewohner wird nur weniger hinterm Rücken gelästert.

    >> Nächste Seite: Endlich wieder den Tisch mit Ketchup einreiben >>

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    6. Du hast einen Menschen, bei dem Du immer beliebt bist


    Ein bisschen kitzeln, vorlesen und ab und zu einen Keks zustecken – schon mag einen das Kind. Im Gegenzug erhält man ein tägliches Begrüßungskommando, Freudenrufe, wenn man sich begegnet, und ab und zu ein paar kleine Knuddeleinheiten. Das Beste daran: Wenn es brenzlig wird, kann ich mich rausziehen. Ein verpasster Mittagsschlaf, zu heiße Nudeln und der verlegte Kuscheltierehase Raberti, der zwanzig Mal dazu ermuntert worden ist, aus seinem Versteck zu kommen und immer noch nicht erschienen ist – das sind Momente tiefer Trauer und Wut, in denen ich nichts mehr ausrichten kann. Da müssen dann die Eltern ran - oder der Fön. Das Geräusch beruhigt Felix nämlich.

    7. Rituale entschleunigen Dein Leben


    Mit dem Studium beginnt eigentlich das große Chaos: unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus, Mahlzeiten zwischen S-Bahn und Uni und Lernen bis spät in die Nacht. Für Rituale ist da kaum Platz. Mit einer Familie im Zimmer nebenan ist das anders. Es ist leichter einzuschätzen, wer sich wann, wo und wie in der Wohnung bewegen wird. Als WG-Mitglied kann man davon profitieren, wenn man Lust auf Gesellschaft hat (siehe Punkt drei), sich aber auch zurückziehen, wenn man gerade etwas anderes vor hat. Nur Partys sind zu Hause nicht mehr möglich. Dafür kann man ungezwungen fremdfeiern und muss danach nicht aufräumen.

    8. Du kannst den größten Blödsinn machen und bist nicht dafür verantwortlich


    Ketchup auf dem Tisch verteilen, über Pupswitze lachen und so oft Quatsch reden, bis der andere es nachbrabbelt? Das geht sonst meist nur um drei Uhr morgens, mit zehn Bier und einer halben Flasche Wodka intus. Mit meinem kleinen Mitbewohner geht das auch nachmittags nach der Uni. Und das Beste: Ich muss das Ketchup nicht mal wegwischen sondern kann sagen „Er war‘s“.

    9. Du lernst schon mal, wie es geht


    Familie. Das Wort ist nicht für jeden positiv besetzt. Oft ist in der eigenen mal irgendwas verdammt schief gelaufen und über Jahre ungeklärt geblieben. Was man selbst alles anders machen will, lernen viele erst, wenn sie sich für eigene Kinder entscheiden. Schon vorher ein paar Erfahrungen zu sammeln ist auf jeden Fall ein sanfterer Übergang. Durch meine Mitbewohner habe ich erfahren, dass Familie auch ganz anders gehen kann, als ich es kenne. Sie legen beispielsweise sehr großen Wert auf Gleichberechtigung und diskutieren die Aufteilung ihrer Aufgaben immer: Da Felix' Mutter während der Schwangerschaft hauptsächlich für die Versorgung des Kindes zuständig war, hatte sein Vater in den folgenden neun Monaten „Babydienst“.




    10. Ich-Zentrismus geht nicht mehr


    Viele Studierende suhlen sich ganz schön lange im Egoismus. Oft bis Mitte dreißig, wenn sie schon zweimal den Arbeitsplatz gewechselt haben. Was da nicht reinpasst: andere Menschen, andere Bedürfnisse und andere Sorgen. Ob das glücklich macht? Jeden Sonntag bis zwei Uhr mittags schlafen, alleine Pizza vor dem Laptop runterschlingen und nur das eigene Glück verfolgen? Die immer längeren Bildungswege begünstigen die „ewige Jugend“. Und die macht einsam und müde. Mit einem Kind in der Nähe kann man lernen, auch für andere mitzudenken – und dass das tatsächlich glücklich macht.

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    Wenn man bei Google News das Wort "Feminismus" oder "feminism" eingibt, findet man Sachen wie "Naomi Harris und ihre Auffassung von Feminismus", "Ariana Grande macht sich ans Thema Feminismus ran" und "Carrey Mulligan wants men to be feminists" unter den ersten Einträgen. Da will man denken: Cool, wer sich jetzt alles für das Thema einsetzt. Liest man dann die Texte, merkt man allerdings schnell: Feminismus ist da gar nicht das Kernthema, sondern Promo für den neuen Film oder das neue Album. 



    Autorin und Bloggerin Tavi Gevinson

    Tavi Gevinson, selbst Feministin, Bloggerin und Gründerin des Rookie-Magazins, hat für diese Entwicklung eine Erklärung: Das Wort "Feminismus" ist zum Klickreiz verkommen. Genau genommen sagt sie in einem Interview mit der Vanity Fair:
    "I feel weary of an obsession of celebrity culture masquerading as activism or as conversation or action. It’s clickbait. I think it’s foolish to interview someone who’s just promoting a movie that they’re in and ask if they consider themselves a feminist."

    Gevinson kritisiert also, dass mittlerweile jeder Promi von Journalisten en passant zu seiner Sicht auf den Feminismus befragt wird und das im Anschluss in die Überschriften gepackt wird um zu sagen: Wow, auch dieser Promi hat sich wirklich tiefe Gedanken zu dem Thema gemacht. Dabei geht es in dem Interview eigentlich um etwas ganz anderes. Aus Gevinsons Sicht führt das in der Wahrnehmung von Feministinnen zu einer unguten Vermischung von echten Aktivistinnen und Aktivisten und Promis, die einfach gerne mal über Gott und die Welt plaudern.

    Als Beispiele für ihre These nennt Gevinson sogar Namen: Meryl Streep, Beyoncé und Jennifer Lawrence. Da will man direkt zu Lawrence Verteidigung sagen: Die hat ja immerhin gerade einen vieldiskutierten Beitrag über den Gender Pay Gap in Lena Dunhams (feministischem) Newsletter "Lenny" veröffentlicht, die macht sich wirklich Gedanken! Muss dann aber zugeben: Passt natürlich auch ganz gut, dass sie gerade einen Film namens "Joy" rausgebracht hat, in dem eine alleinerziehende Mutter sich als Unternehmerin zwischen Männern hocharbeiten muss.

    Dass Tavi Gevinson mit ihren Beobachtungen nicht ganz Unrecht hat, zeigt sich allerdings noch an etwas anderem: Das Interview mit der Vanity Fair handelte primär von ihrer Arbeit beim Rookie-Magazin. Was unter anderem Magazine wie Dazed daraus machten: "Tavi’s warns about the culture of clickbait feminism". Bitte hier klicken.

    charlotte-haunhorst

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  • 10/22/15--08:50: Der Stinkefinger wird wahr
  • Zugegeben: Irgendwann haben wir selbst den Überblick verloren. Zu viele Emoji-Nachrichten in letzter Zeit. Ein Stück Bacon sollte es irgendwann mal geben. Geschlechtsteile. Einen Film, nur mit Emojis. Kurzum: Die Welt war schon lange der Meinung: Neue Emojis müssen her! Nur wann? Die Antwort: jetzt!

    Denn seit Kurzem, mit dem neusten iOS 9.1 Update, sind sie auf einmal für alle da. 184 neue Emojis, wie Emojipedia sauber auflistet, darunter heiß erwartete Dinge wie
    der Stinkefinger
    [plugin imagelink link="http://blog.emojipedia.org/content/images/2015/10/middle-finger.png" imagesrc="http://blog.emojipedia.org/content/images/2015/10/middle-finger.png"]
    Das Einhorn
    [plugin imagelink link="http://blog.emojipedia.org/content/images/2015/10/animals.png" imagesrc="http://blog.emojipedia.org/content/images/2015/10/animals.png"]
    und der Taco
    [plugin imagelink link="http://blog.emojipedia.org/content/images/2015/10/food.png" imagesrc="http://blog.emojipedia.org/content/images/2015/10/food.png"]

    Interessant an der ganzen Debatte: Nicht das Mittelfinger-Emoji sorgt für Diskussionen, sonder ein Lebensmittel: der Burrito. Manche empfinden ihn als Symbol, das rassistisch genutzt werden könnte. Auch interessant: Android-Nutzer können seit einem Whatsapp-Update anfang September bereits den Mittelfinger nutzen, auf die gesamte Bandbreite an neuen Emojis müssen sie allerdings noch warten. Wen interessiert, warum es so ewig dauert, lustige Comicfiguren ins Handy zu bekommen, dem sei übrigens dieser Erklärtext über das Unicode-Konsortium empfohlen, das über neue Emojis entscheidet.

    Und wenn man sich das jetzt alles nochmal durchliest – Emojipedia, Unicode Konsortium, begrenzter Personenkreis, der auf Neuerungen zugreifen kann und ein Hype um rätselhafte Bilder wie einen Kackehaufen mit Augen, den niemand so richtig versteht – dann beschleicht einen doch ein ganz komisches Gefühl. Klingt irgendwie doch nach Sekte, diese Emoji-Welt.

    charlotte-haunhorst

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    [plugin imagelink link="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-1.jpg" imagesrc="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-1.jpg"] Sieht ja aus wie ein Fahrrad: Das London Eye gesehen mit den Augen von McCor.

    Dann steht man so da, im Regen oder in der Sonne und der Louvre sieht aus, wie der Louvre im Regen und der Sonne eben aussieht. So wie immer. Und trotzdem drückt man, gemeinsam mit Tausenden anderen an diesem Tag, auf den Auslöser. Es ist das kollektive Schicksal des Touristen, die immer gleichen Fotos von den immer gleichen Orten zu machen.

    Aber es gibt auch noch Menschen wie Rich McCor. Auf seinem Instagram-Account postet er Bilder von Sehenswürdigkeiten und ein bisschen Papier. Und plötzlich sehen die berühmten Orte ganz anders aus. Das London Eye ist ein Fahrrad. Die St. Paul‘s Cathedral eine Tüte Eis. Die Cirkelbroen in Kopenhagen wird zum UFO-Landeplatz. Die Augen, die sich an den Motiven schon ziemlich satt gesehen haben, haben auf einmal wieder was zu gucken. Und dafür kann man schon mal Danke sagen.

    [plugin imagelink link="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-8.jpg" imagesrc="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-8.jpg"] Der Triumphbogen als Legomännchen.

    [plugin imagelink link="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-9.jpg" imagesrc="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-9.jpg"] Invasion: die Brücke von Künstler Olafur Eliasson als Alien-Landeplatz.

    [plugin imagelink link="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-3.jpg" imagesrc="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-3.jpg"]Ein bisschen Papier macht das historische Stockholmer Schiff zur Flaschenpost.

    [plugin imagelink link="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-5.jpg" imagesrc="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-5.jpg"]McCor hat Grund zum feiern, denn er macht die fantasievollsten Urlaubsfotos.

    [plugin imagelink link="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-6.jpg" imagesrc="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-6.jpg"]Selfie-Stick als Selbstreferenz.

    [plugin imagelink link="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-14.jpg" imagesrc="http://likecool.com/Gear/Projects/Rich%20McCor%20Transform%20Famous%20Landmarks%20Using%20Paper/Rich-McCor-Transform-Famous-Landmarks-Using-Paper-14.jpg"] Das Dach des Maritim-Museums in Amsterdam wird zum Spinnennetz.

    [plugin imagelink link="http://i.dailymail.co.uk/i/pix/2015/10/18/09/2D864A1500000578-3277793-image-a-15_1445157339986.jpg" imagesrc="http://i.dailymail.co.uk/i/pix/2015/10/18/09/2D864A1500000578-3277793-image-a-15_1445157339986.jpg"] Besucher bekommen dank Instagram beim Anblick der St. Paul's Cathedral demnächst vielleicht Lust auf Eis.

    Vielleicht sind die Fotos deshalb so schön anzusehen. Beim Touri-Foto geht es hauptsächlich darum zu beweisen, dass man da auch wirklich war. Dafür lehnt sich McCor aber nicht vorm Pisaturm ein bisschen nach rechts oder nach links. Seine Fotos zeigen viel mehr, was man auf fantasielosen Urlaubsfotos eigentlich verpasst: den eigenen Blick auf die Welt. Und bewiesen, dass er da war, hat McCor damit auch.

    Schön wäre es, wenn wir in Zukunft alle solche Alben hätten. Dann wäre auch das gemeinsame Durchblättern endlich mal ein bisschen spannender.

    sina-pousset

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  • 10/23/15--03:54: Blumentopf lösen sich auf
  • Wenn die Witze schon nicht komplett zünden, dann ist die Lage wohl tatsächlich ernst:

    „Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist. Aber nach ‚Kein Zufall’ hatten wir noch keine Lust dazu. Deshalb haben wir noch 20 Jahre drangehängt.“

    Die Band Blumentopf hat am Freitag auf Facebook also ihre Trennung bekannt gegeben. Mit einem Video und einem zunächst noch etwas kryptischen Post:„Hallo liebe Fans und Freunde, unserem Schlachtruf ‚Nieder mit der GbR’ folgend stellen wir die Stühle hoch. Wir schalten die Geräte ab, klappen die Reimbücher zu und stürzen die Hip Hop Szene in ein schwarzes leeres Loch. Voller Chaos und Ungewissheit!“




    "So können wir noch gemeinsam auf einer Couch sitzen und das verkünden." Blumentopf sagen Servus ...

    Der Nachklapp ist dann aber doch eindeutig – und traurig: „Im Klartext: Wir lösen den Blumentopf auf. Es wird kein gemeinsames Album mehr geben. Wir sind Geschichte.“ München verliert also seine bekannteste – weil auf die Langdistanz ja auch beste – Rap-Formation. Die Entscheidung sei ihnen nicht leicht gefallen, hieß es auf Facebook zunächst nur. „Trotzdem sagen wir jetzt mit einer dicken Träne im Knopfloch: ‚Wir sind draußen.’“

    Etwas später veröffentlichte die Band ein selbstaufgenommenes Interview. Man habe das letzte Album „Nieder mit der GbR“ schon im vollen Bewusstsein aufgenommen, „dass es das letzte sein wird“, sagt DJ und Produzent Sepalot darin. Und: „Weil uns das so bewusst ist, gibt es jetzt auch so eine klare Ansage. Und man sagt nicht, man geht auf unbefristete Zeit in Pause.“

    Die Aussagen der anderen Mitglieder klingen ähnlich definitiv: Rapper Roger spricht von einem guten Zeitpunkt: „Blumentopf ist keine Nebenher-Band.“ Man könne die Band nicht mehr so machen wie früher, „deshalb machen wir’s lieber gar nicht, sonst machen wir nur die Band kaputt.“ Und MC Holunder fügt an, man habe sich zuletzt fast nur noch im Bandkontext gesehen. „Es war alles nur noch Band.“ Er freue sich darauf, "dass das Zwischenmenschliche wieder die alte Qualität bekomme, wenn es die Band nicht mehr gibt.“

    Vor allem während der Produktion von „Wir“, dem wohl auch deshalb ungewohnt düsteren Album, gab es offenbar schon schwerere Diskussionen innerhalb der Band. „Es sind unglaublich viele Sachen von außen auf uns eingeprasselt, die die Idee: da sitzen fünf Freunde im Studio und machen einfach nur Musik, manchmal unmöglich gemacht haben“, erinnert sich Schu an diese Zeit. Damals hätte alles auch „im Streit enden können. So konnten wir den Zeitpunkt noch selbst wählen. Und gemeinsam auf einer Couch sitzen und das verkünden.“

    Blumentopf wurden 1992 in Freising gegründet. Ihr Debüt „Kein Zufall“ veröffentlichten sie 1997 bei Four Music. In den vergangenen Jahren hatten die einzelnen Mitglieder sich immer wieder Soloalben veröffentlich – Roger und Schu gerade erst die gemeinsame Platte „Clap Your Fingers“. DJ Sepalot hat in diesem Jahr unter anderem Songs für das aktuelle Album von Jesper Munk produziert. Am 22. Oktober 2016 will die Band ein Abschieds-Konzert im Münchner Zenith geben.

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    Liebe Mädchen,

    Anlass der heutigen Frage sind Berichte des amerikanischen Klatsch-Webs. Denen zufolge hat Bill Murray eine neue Freundin (oder zumindest Knutsch-und-anderes-Partnerin): Jenny Lewis, Schauspielerin, Indie-Sängerin, Coolsocke. Und sehr viel jünger als Bill Murray. Dessen Anziehungskraft auf euch wundert uns schon länger. Wenn er eine Party macht, kommen Lady Gaga, Kate Hudson, Naomi Campbell und Zooey Deschanel. Und wenn er sie auf der Party anspricht, -schaut oder -fasst, wollen sie wahrscheinlich auch alle sofort mit ihm schlafen.

    Zumindest nehme ich das an, wenn ich die Reaktionen hochrechne, die ich bei Mädchen beobachte, die auch nur seinen Namen hören. Die machen dann oft „Hach“ oder „Uii“ und gucken verliebt. Es ist, als gäbe es einen eingebauten Reflex bei euch Mädchen, den ihr nicht abstellen könnt: den Murray-Crush. Und den erklärt ihr uns jetzt bitte mal. Woher kommt der? Mit einer Vorliebe für alte Männer hat es nichts zu tun – die Murray-Verehreinnen unter euch können mit Clooney, Gere und anderen Silberschönlingen oft gar nichts anfangen. Auch rein optische Gründe können es nicht sein. Denn, das werdet ihr zugeben, Murray ist nicht superattraktiv mit seinem von wirrem Haar umzauselten, pockennarbigen-teigigen Gesicht mit schmalen Lippen und irgendwie farblosen Augen.

    Oder ist es vielleicht grade das? Diese nette Harmlosigkeit, die er ausstrahlt? Die unterschwellige Traurigkeit in seinem Dackelblick? Sind es die Rollen, die er spielt, oder die Dinge, die er in der Öffentlichkeit sagt? Bitte erklärt es uns. Wir checken’s nämlich nicht.

    >> Die Mädchenantwort von martina-holzapfl.
    [seitenumbruch]



    Ach Jungs,

    ach Jungs, ach Jungs. Ihr denkt immer, eine Wahnsinnsfigur, besonders tolle Haare, ein Pep-Guardiola-Gesicht, ne geile Karre oder ne tolle Karriereposition wären das, wonach wir suchen. Das ist so falsch. Wonach wir suchen, ist jemand, der uns schwach macht, aber nein, nein, nein, eben nicht so, wie ihr jetzt schon wieder denkt, mit Macht und Sadomaso und Erniedrigung und Sexismus.

    Wir wollen es so, wie es in Lost in Translation ist. Da treffen sich mit Bill Murray und Scarlett Johannsson erstmal gar nicht als Mann und Frau, sondern als zwei old souls, old friends, true friends. Dass da so viel Altersunterschied ist und beide Protagonisten keine Instant-Sex-Beautys sind, vor allem er nicht, bildet die Magie der Geschichte. Eine vage Sehnsucht und eine grundsätzliche Verzweiflung treibt die beiden zueinander, und das ist erstmal gar nichts Sexuelles, sondern vor allem etwas Metaphysisches. Sie suchen nach einer tieferen Aufgehobenheit.

    Bill und Scarlett finden also wie zwei niedergeschlagene Menschen, die an der Bushaltestelle stehengelassen worden sind, zueinander und liegen irgendwann im einsamen Leid am Leben vereint nebeneinander auf dem Hotelbett. Ohne, dass es da um Sex ging oder gehen soll. Wie Freunde auf einem Sofa. Bill nimmt irgendwann den kalten Fuß von Scarlett in die Hand. Bevor das passiert, fragt sie: „Does it get easier?“ Sie meint das Leben. Er sagt im anschließenden Dialog irgendwie Ja und irgendwie Nein und spricht ihr trotz allem Auch-nicht-genau-Wissen Mut zu. Und wirkliche Weisheit ist ja vor allem das: viel Erfahrung, viel Gelassenheit und das Eingeständnis, immer noch nicht alles kapiert zu haben.

    Das ist eine starke, tröstende Position, eine sehr väterliche Position. Und das trifft uns tief und macht uns schwach. In Bill Murray treffen wir eine Vaterfigur, die eventuell zu begehren aber nicht unserem biologischen Anti-Inzest-Instinkt widerspricht. In ihm finden wir, was wir suchen: jemanden, der uns weise in die großen Arme nimmt und sagt: Ist ja gut, du Kleines. Ohne uns dadurch abzuwerten oder eine seltsame Machtbeziehung aufzubauen. Und vor allem treffen wir in ihm jemanden, dem es um uns als Person zu gehen scheint. Der nicht vorrangig an Sex interessiert scheint. Jemanden, dem wir vertrauen können. Das macht uns noch mehr an.

    Ob Bill Murray im echten Leben so einer ist – keine Ahnung. Wir kennen ja nur die Figur, die Coppola aus ihm gemacht hat und die wir seither immer in ihm sehen wollen: Den älteren Mann, dem es wurscht ist, dass er nicht so besonders schön ist, und der gerade deshalb so standfest und erfahren und stark wirkt, und so selbstironisch. Der Mann scheißt sich einfach nix mehr, warum sollte er auch? Viel zu anstrengend. Gibt Wichtigeres.

    Und diese daraus entstandene Lässigkeit, die flitzt ihm aus Gestik und Mimik, die steckt in jedem Augenblitzen und die hinterlässt riesigen Eindruck bei uns. Von so einem wollen wir begehrt werden. Denn das verspricht etwas viel Vielschichtigeres als diesen erwartbaren, glattgebügelten Hochglanzmagazin-Eros, den wir mit hübschen Typen unserer Altersklasse haben könnten. Es verspricht das Vordringen zu Weisheit und wahrer Verbindung. Dass es nebenbei extrem gegen die Norm verstößt, mit einem alten, überhaupt nicht schönen (aber dafür extreeeheeem selbstbewussten, bissig-witzigen) Mann was zu haben, kickt unser sexuelles Interesse nur mordsmäßig an. So einen zu begehren, ist nämlich auch ein Kompliment an uns, weil es beweist, dass wir old souls sind. Dass wir hinter die Kulisse schauen. Dass wir mehr brauchen, als die glatte Oberfläche.

    Um dummen Missverständnissen vorzubeugen: Das ist natürlich, natürlich, natürlich alles nur Projektion und Fantasie und romantische Verklärung und ja, vielleicht saumäßig naiv. Keine Ahnung, wer Bill Murray wirklich ist. Aberer wirkt irgendwie, als hätte er auch in echt etwas von dieser Rolle übernommen, die Coppola ihm auf den Leib schrieb, beziehungsweise: vielleicht hat sie ihm die auch nur so gut auf den Leib schreiben können, weil davon schon immer etwas in ihm steckte und wirklich was dran ist. Würde so in der Insgesamtmischung erklären, warum es seinen jungen Hollywood-Kolleginnen genauso geht wie uns, obwohl es ihnen ja vergönnt ist, ihn „in echt“ zu erleben und durchschauen zu können. Hach! Ach! Seufz! Wären wir doch nur sie.




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    Am 17. Dezember kommt der neue Star-Wars-Film in die deutschen Kinos. Das hat die Autoren Michael Scholten und Wolf Jahnke dazu inspiriert, Prominente und Fans nach ihrer ersten Begegnung mit der Filmreihe zu fragen. "Es war einmal... Mein erstes Mal Star Wars" ist eine Hommage an Raumschiffe, Actionfiguren und fremde Galaxien, von und für Star-Wars-Nerds.




    jetzt.de: Herr Scholten, warum haben Sie sich von anderen Menschen ihr erstes Mal Star Wars erzählen zu lassen?
    Michael Scholten:
    Ich bin ja selbst ein hoffnungsloser Nostalgiker – mir gefällt es, daran zurückzudenken, wie man sich früher, bei den ersten großen Kinoerlebnissen, gefühlt hat. Mit einer Sammlung individueller Erfahrungen wollten wir das Massenphänomen Star Wars aus dieser Perspektive zeigen.  

    Die meisten Leute, die Sie gefragt haben, stammen aus der Filmbranche. 
    Viele Leute, die heute in der Filmbranche arbeiten, sind von der ersten Trilogie einfach sehr stark geprägt worden – sei es der Regisseur, der Drehbuchautor oder der Kameramann. 1978 war „Eine neue Hoffnung“ kein Film wie jeder andere.  

    Was genau war so toll daran?

    Die Spezialeffekte haben viele so plastisch in Erinnerung, dass sie bis heute meinen, sie hätten die Raumschiffe damals in 3-D gesehen. Alle haben sich gefragt: Wie haben die das gemacht? In den 70ern und 80ern gab es kaum Making-of-Berichte. Ich bin damals extra nach Holland gefahren, um eine VHS-Kassette zu kaufen, auf der das ein bisschen erklärt wurde.   

    Das klingt nach Nerd.

    Stimmt. Die Star-Wars-Gemeinde ist doch eine eingeschworene Gemeinschaft, wie ich bei der Arbeit an dem Buch noch einmal festgestellt habe. Interessant ist: Die Fans unterscheiden sich in der Intensität ihrer Liebe noch einmal stark. Wenn sie den ersten Film 1978 im Kino geschaut haben, sind sie meistens viel stärker involviert als diejenigen, die erst später durch VHS-Kassetten oder Fernsehausstrahlungen dazukamen.  




    "Star Wars"-Fan und Regisseur Philipp Stölzl darf andere Heldenstoffe seiner Kindheit neu verfilmen: Sein Winnetou-Dreiteiler wird in Kroatien gedreht und soll Ende 2016 auf RTL laufen.

    Konnten sich die Leute tatsächlich noch an ihr erstes Mal "Star Wars" erinnern?
    Definitiv. Als mir Michael „Bully“ Herbig sein erstes „Star Wars“-Kinoerlebnis im Münchner Mathäser schilderte, kam mir das vor, als wären wir knapp 40 Jahre jünger und säßen gemeinsam im Kino. So bildhaft hat er die Raumschiffe, die Figuren, die Dialoge und die Musik beschrieben. Andererseits gibt es aber auch Fans wie Hennes Bender, die sich nicht mehr an jedes Detail erinnern können, weil sie Ende der 70er Jahre so oft im Kino waren, dass die das ganze Jahrzehnt als einzigen großen Bilderrausch abgespeichert haben.  

    Gab es eine Geschichte, die Sie besonders überrascht hat?  
    Am meisten hat mich Hans-Georg Panczak überrascht, also die deutsche Synchronstimme von Luke Skywalker. Er saß 1978 im Berliner Zoo-Palast und stellte selbst überrascht fest, dass offenbar nachträglich ein anderer Sprecher engagiert worden war und seine Arbeit nicht verwendet wurde. „Das war ein Gefühl, als wäre ich im Fußball-Pokalfinale ohne Verletzung nach fünf Minuten ausgewechselt worden“, erzählte er uns. Erst nach mehreren Minuten merkte Hans-Georg Panczak, dass Luke Skywalker doch mit seiner Stimme sprach. Allerdings hatten die Tontechniker sämtliche Bässe und Tiefen aus seiner Stimme entfernt, damit sich Luke Skywalkers deutlicher von Han Solo unterschied. Interessant fand ich auch, dass Oliver Berben wegen seiner Liebe zu „Star Wars“ Luft- und Raumfahrttechnik studiert hat. Aber nur bis zum Vordiplom. Dann wurde ihm klar, dass er wohl niemals einen Todesstern bauen darf. Außerdem gab es zu wenig Frauen in seinem Studiengang. Da ist er dann lieber Filmproduzent geworden.  




    Moderator Steven Gätjen auf einer "Star Wars"-Party in Hamburg-Blankenese.

    Wie und wo sind Sie Star Wars denn zum ersten Mal begegnet?
    Im Supermarkt: Ich fand die Actionfiguren toll, die es damals überall zu kaufen gab. Allerdings dachte ich, die seien wahnsinnig teuer – und habe deshalb nie eine gekauft.  

    Und die Filme? Die haben Sie dann im Kino angesehen?

    Ich muss gestehen, dass ich den ersten Film zu Hause vor dem Fernseher geschaut habe. Ich war erst sechs Jahre alt, als „Eine neue Hoffnung“ im Kino lief. Mein Vater brachte die VHS-Kassette Jahre später mit nach Hause. Obwohl ich den Film auf einem kleinen Fernseher und nicht auf der großen Leinwand gesehen habe, war ich sofort hin und weg.  

    Ist das immer noch ihr Lieblingsfilm? 
    Ich gehöre zu den vielen, die den zweiten Teil, „Das Imperium schlägt zurück“, für den besten Film halten. Irvin Kershner war einfach der beste Regisseur. Dazu gab es großartige Landschaften – den Eisplaneten Hoth, den Sumpfplaneten Dagobah, die Wolkenstadt Bespin. Und dramatische Höhepunkte: Luke Skywalker verliert seine Hand, Darth Vader outet sich als sein Vater. Das waren sehr überraschende Momente.  

    Wie oft haben Sie ihn schon gesehen?

    Den ersten Teil habe ich mindestens 150 Mal angeschaut. Das lag aber auch daran, dass ich ihn in der siebten Klasse zusammen mit einem Schulfreund nachgedreht habe.

    Wie bitte?
    Ja, auf unsere ersten Playmobil-Western folgte relativ schnell „Krieg der Sterne“ mit den Actionfiguren. Den Todesstern haben wir selbst nachgebaut, den gab es nicht zu kaufen. Für den Wüstenplaneten Tatooine haben wir uns hellen Sand vom Nachbarn geholt.  




    Schauspieler Philipp Danne mit R2-D2-Rollkoffer im Disney Store.

    Wie war die Rollenverteilung?
    Bei der Synchronisation war ich Luke Skywalker im Stimmbruch, mein Freund hat Han Solo gesprochen, aber auch Darth Vader – dafür hat er in einen Joghurtbecher gesprochen, im Hintergrund lief währenddessen das Asthma-Gerät seiner Mutter. Dafür gingen die gesamten Sommerferien drauf.  

    Haben Sie den Film irgendjemandem gezeigt?
    Ja – und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass er ein großer Erfolg gewesen wäre. Nach den Ferien haben wir zwei Schulstunden reserviert und ihn unseren Klassenkameraden vorgeführt. Ein Mädchen hat danach gerufen: „Das waren die langweiligsten zwei Stunden meines Lebens!“ Es blieb bei dieser einen Aufführung.  

    Wie sehen Sie dem „Erwachen der Macht“ entgegen?

    Meine Erwartungen sind groß. Ich hoffe, dass J. J. Abrams sich in der Optik an dem schmutzigen, gebrauchten Look der ersten Trilogie orientiert hat. Und dass er zum anderen die großartigen Effektmöglichkeiten genutzt hat, die heutzutage möglich sind. Nach dem Trailer bin ich aber optimistisch – als ich den kaputten Sternzerstörer in der Wüste liegen sah, habe ich richtig Gänsehaut bekommen.  

    Auf dem Filmplakat fehlt Luke Skywalker. Wo glauben Sie, ist der abgeblieben?

    Meine Theorie ist, dass er die Figur mit der schwarzen Maske auf dem Plakat darstellt. Dass er die Rolle seines Vaters übernommen hat. Vielleicht ist das aber auch nur eine bewusste Finte, die Abrams uns gelegt hat. Vielleicht ist Luke einfach nur um 30 Jahre gealtert – man darf also gespannt sein.

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    Blockbuster sind ja grundsätzlich wenig lebensnah. Jurrassic World ist auch so ein Fall: Da rennt eine Frau zweineinhalb Fimstunden lang in High Heels durch den Dschungel und besiegt Dinosaurier, ohne das ihre Frisur verrutscht. Nicht nur für Haare und Kostüm wird bei Hollywoodproduktionen viel Geld ausgegeben, sondern vor allem für Special Effects. Es explodiert eindrucksvoll, grölt furchterregend und kratzt mit hyperanimierten Krallen, während sich die rothaarige Stillettolady und ihr Hulk im der modernisierten Jurassic Park beweisen müssen. Was aber, wenn Jurassic World eine Low-Budget-Produktion gewesen wäre?

    http://www.youtube.com/watch?v=8W9zzU_hcuw

    Stellvertretend für alle Blockbuster zeigt das Video, was von einer Hollywood-Story noch übrig bleibt, wenn sie nicht in Hollywood, sondern im eigenen Garten gedreht wird. Und reduziert die großen Stories selbst vom Giganten auf sehr unterhaltsames Gartenzwergformat. Wir spinnen das schon mal gedanklich weiter und stellen uns bei der nächsten Kassenschlager-Premiere Darth Vader mit Neonröhre vor.

    sina-pousset

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  • 10/24/15--02:00: Wir haben verstanden: KW 43

    • Bahnhofskneipen können schön sein.

    • Absolut unverständlich: Es gibt bei den Emojis vier Lautsprecher, zwei Megafone, vier Vorhängeschlösser und zwei (!) Lupen – aber keinen anständigen Vogel.

    • Dinkel-Toast aus dem Bioladen entzieht sogar Nutella die Geilheit.





    • Spätestens ab Mitte Oktober gibt es nichts Schöneres als eine heiße Badewanne am Abend.

    • In einer Stadt, in der man früher einmal gelebt hat, stolpert man an jeder Ecke über Erinnerungen.

    • Plastikhaargummis sind die Rainbow Looms der Erwachsenen.  

    • Der erste Eindruck ist nicht immer richtig. Zu 95 Prozent aber schon.

    • Irgendwann kommt der Freundeskreis in ein Alter, in dem die Frage "Hast du was dabei?" Wickelutensilien meint.

    • Dinge zu tun, die man nicht tun soll, macht am meisten Spaß. Bis man sich wieder erinnert, warum man sie nicht tun soll.

    • Amerikaner lieben Zäune.

    • Und amerikanischer Poetry Slam ist Sozialkritik von Freaks und Geeks (deutscher Poetry Slam ist Witze und Gedichte von Geisteswissenschaftlern).

    • Der Soundtrack in einem landenden Flugzeug ist fast immer ein schreiendes Baby.

    • Komisch: Menschen mit fremdenfeindlichen Ansichten oder sehr patriotischer Gesinnung sind erstaunlich oft extrem tierlieb.

    • (Jetzt sagt sicher jemand: "Hitler war ja auch Vegetarier!")

    • Niemand, wirklich niemand kann den Namen Matthew McConag..., nein, Matthew McConneg... nein, Matthew McConnaugy, NEIN, richtig schreiben.

    • Matthew McConaughey, man schreibt es McConaughey.

    • Wie man das richtig ausspricht, weiß übrigens auch keiner.

    • Wer seinen Schrott loswerden will, ohne ihn zum Wertstoffhof bringen zu müssen, muss ihn einfach nur mit dem Label "Zu verschenken" bei Ebay Kleinanzeigen anbieten.

    • Spätestens wenn man versucht, das Wasserglas statt des Handys an das Akku-Ladegerät anzustöpseln, sollte man dringend ins Bett gehen.

    • Man sollte sich immer gemeinsam mit den Mitbewohnern betrinken. Sonst macht man in ihrem Beisein krakenhafte Bewegungen, schreit: "Ich bin das Monster vom Titisee!" und wird dabei gefilmt.

    • Gabeln mit drei Zacken können einem das Essen versauen.



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